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17 Sep 2015

Ist der Preis bei einem Privatverkauf immer höher als bei einem Händler?

Sie möchten ein Motorrad verkaufen und stellen sich die Frage ob man es privat über gängige Internetportale, Zeitungsinserate usw. probiert oder sich an einen Motorrad-Ankäufer wendet. Oft wird die Antwort vom zu erzielenden Preis abhängig gemacht.

Bekommt man bei Händler wirklich immer weniger als bei einem privaten Verkauf?

Im Volksmund überwiegt die Meinung, dass ein privater Verkauf immer günstiger ist als der Verkauf an einen professionellen Händler. Grundsätzlich trifft das aber nicht immer zu.

Seit der Einführung der Sachmängelhaftung ist jeder Verkäufer verpflichtet eine sog. Gewährleistung auf seine Ware zu geben. In der Praxis funktioniert das für 6 Monate nach dem Verkauf wie eine Garantie. Anders als ein Gewerbetreibender kann ein Privatverkäufer diese Haftung in einem Vertrag ausschließen. Dieses wird damit begründet, dass sich ein Konsument mit seinen Waren in der Regel nicht so gut auskennt wie ein Gewerbetreibender.  Bei einem Motorradverkauf kann er somit ein Fahrzeug mit diversen Mängel, Schäden, Unfallspuren verkaufen ohne dabei eine Haftung zu übernehmen, solang er nachweisen kann nichts davon gewusst zu haben. Und auch ohne Mängel möchte man nur ungerne eine Garantie auf ein gebrauchtes Motorrad übernehmen.

Es ist daher völlig natürlich, dass alle private Verkäufer die Sachmängelhaftung ausschließen. Nahezu in jedem Standart-KFZ-Vertrag sind diese Klauseln eingefügt.  Im Umkehrschluss kann man somit sagen, dass ein Motorradkäufer auf dem Privatmarkt keine rechtlichen Sicherheiten bekommt, was die Mängelfreiheit des gekauften Motorrades angeht. Bei einem Händler hat er aber diese Sicherheit. Das führte nach und nach dazu, dass Motorradhändler einen höheren Preis beim Verkauf erzielen können, da die meisten Kunden bereit sind die gebotenen Sicherheiten zu honorieren.  Gerade bei Fahrzeugen, die keine Herstellergarantie mehr, viel anfällige Technik an Bord  oder allgemein bekannte Schwachstellen haben wollen viele Kunden nicht ohne die Haftung vom Händler kaufen.  Zudem können diese Händler meistens noch weitere Produkte wie eine Garantieverlängerung, Finanzierungen usw. anbieten.

Logischer Weise kann ein Händler bei einem höheren Verkaufspreis auch einen dazu passenden Ankaufspreis bezahlen. Dieser kann bei machen Fahrzeugen sogar über dem durchschnittlichen “Privat-Preis” liegen. Es ist daher ratsam einen Händler beim Verkauf seiner Maschine nicht grundsätzlich auszuschließen.

19 Jul 2015

Kulanz nach der Garantie? – Nicht bei Honda !

Es kommt öfter vor, dass bei einem Motorrad ein Mangel kurz nach der Garantie auftritt. Die meisten Vertragshändler können dann beim Hersteller einen Kulanzantrag stellen und darum bitte die Kosten bzw. einen Teil der Kosten zu übernehmen. Dabei gibt es Hersteller, die so etwas häufiger und andere, die nach der abgelaufen Garantie gar nichts mehr übernehmen.

Im beschrieben Fall geht es um eine 35 Monate alte Honda CB 1300 SA. Einem recht teuren Sporttourer mit einer sehr geringen Laufleistung von 2495 km. Kurz gesagt wurde ein Federbein undicht.

Federbein CB 1300

Obwohl die Maschine nahezu neuwertig war, eine sehr geringe Laufleistung hatte und ein geführtes Scheckheft vorgelegt werden konnte, wurde der Antrag ohne Begründung abgelehnt. Das lässt darauf schließen, dass Honda ein Hersteller ist, der nach der Garantie mit Mängel an Fahrzeugen nichts mehr zu tun haben möchte.

Nun könnte man ja sagen bei einem Federbein handelt es sich um ein Verschleißteile. Als seriöser Hersteller würde mich aber schon interessieren wieso dort Undichtigkeiten nach einer so kurzen Nutzungsdauer auftreten.

Die Art der Kulanzabwicklung durch Honda fügt sich aber in ein Bild ein, indem dieser Hersteller immer weniger Kunden für sich gewinnen kann. Seit Jahren fallen die Absatzzahlen dieser Marke. Eine durchschnittliche Modellpolitik, wenig Innovationen und ein kleineres Händlernetz  sind ebenfalls Gründe dafür.

15 Mar 2015

gebrauchte Leichtkrafträder so teuer wie noch nie – Polen ändert seine Führerscheigesetze

In den letzten Jahren ist die Klasse der 125er immer unbeliebter geworden, so dass Besitzer die ihr gebrauchtes Leichtkraftrad oder einen 125er Roller veräußern wollten es oft ziemlich schwer hatten. Ab 2014 hat sich das merklich geändert. Hat man noch im Jahr 2013 eine gebrauchte Honda XL 125V  Varadero, CBR 125, Yamaha XV 125 Virago oder gute 125er-Roller in gängigen Internetportalen wie mobile oder motoscout gesucht, wurden einem haufenweise Seiten gezeigt mit mehreren Hundert Anzeigen.  Heute habe ich mal nach einer VT 125 gesucht: Ergebnis sind 37 Anzeigen in ganz Deutschland. Zudem mit teilweise recht hohen Preisen. Woran liegt das? Die Preise reguliert natürlich der Markt mit der Nachfrage und seinem Angebot. Bei wenig angebotenen Fahrzeugen steigen die Preise.

Die Antwort liegt zu einem großen Teil bei unseren Nachbarn im Osten. Seit 2014 wurden dort die Führerscheingesetze überarbeitet, so dass jeder der eine Fahrerlaubnis für einen PKW hat (B) nun auch Leichtkrafträder (A1) bewegen darf.  Manch einer kennt das noch aus Deutschland mit dem alten 3er Führerschein.

Dies hat zur Folge, dass ein richtiger 125er-Boom in Polen begonnen hat. Der komplette 125er Markt wurde in wenigen Monaten leer gefegt. Vom Preisnachlässen bei Neufahrzeugen kann man dort nur träumen, da teilweise sogar höhere Preise bezahlt werden. Viele privaten Käufer sowie die meisten Händler  suchen aber gezielt nach gebrauchten Modellen und schauen sich daher meisten in Deutschland um.

Wer somit sein Leichtkraftrad zu einem hochen Preis verkaufen möchte, sollte nicht lange warten. Bis der Markt in Polen gesättigt ist kann es noch etwas dauern. Die Preise für gebrauchte Fahrzeuge haben meiner Meinung nach den Höchststand aber schon erreicht.