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07 Oct 2016

Kaufvertrag für Motorrad – Praktische Hinweise

Sie können den Kaufvertrag für ein Motorrad zwar auch einfach mündlich abschließen – anzuraten ist dies jedoch nicht. Wie bei einem Auto lauern viele Haftungsquellen und Missverständnisse bei solchen formlosen Absprachen. Dies gilt besonders, wenn Sie ein gebrauchtes Motorrad kaufen oder verkaufen wollen. Sichern Sie sich ab.

Unverzichtbar im Kaufvertrag

Wenn Sie bei einem Vertragshändler ein neues Motorrad kaufen, können Sie sich gewöhnlich darauf verlassen, dass alles seine Ordnung hat. Händler benutzen Standardformulare und die Mängel an einem Neufahrzeug sind ohnehin durch die Gewährleistung abgesichert. Anders sieht dies aus, wenn Sie einen Kaufvertrag über ein gebrauchtes Motorrad abschließen und dies womöglich noch mit einem privaten Verkäufer.

• Wichtig ist, dass Sie die Personendaten komplett für Verkäufer und Käufer in den Vertrag aufnehmen. Dazu gehören neben Namen und Anschrift immer auch das Geburtsdatum und die Personalausweisnummer.

• Die Daten des Motorrads sind ebenso von Bedeutung. Vermerken Sie neben der Fahrzeugnummer aus dem Fahrzeugbrief auch den Kilometerstand.

• In Ihren Kaufvertrag gehören der Kaufpreis und das Datum, wann dieser zu zahlen ist. Zumeist ist dies direkt bei Übergabe des Motorrads. Wenn Sie dem Käufer genug vertrauen, können Sie sich mit einer Anzahlung zufriedengeben oder Ratenzahlung. Dies vermerken Sie ausdrücklich im Vertrag.

• Vermerken Sie, in welchem Zustand sich das Motorrad befindet. Als Verkäufer verschweigen Sie keine Mängel und sind abgesichert. Als Käufer haben Sie so einen schriftlichen Nachweis, welchen Zustand das Motorrad vertraglich haben soll.
Sinnvolle Informationen zum Motorrad

 

Neben den unverzichtbaren Daten können Sie den Vertrag noch um sinnvolle Informationen ergänzen. Auf diese Weise erhalten Sie zusätzliche schriftliche Nachweise.

• Listen Sie möglichst vollständig auf, welches Zubehör zu Ihrem Motorrad gehört.

• Ist das Fahrzeug scheckheftgepflegt, fügen Sie das Inspektionsheft bei und erwähnen dies im Kaufvertrag. Als Käufer überzeugen Sie sich, dass Sie auch alle aufgelisteten Zubehörteile bei der Übergabe erhalten.

• Sofern das Motorrad nicht abgemeldet verkauft wird, vereinbaren Sie die sofortige Ummeldung. Der Käufer ist verpflichtet, das Motorrad auf seinen Namen anzumelden, damit die Haftung ab der Übergabe geregelt ist.

Beachten Sie, dass Sie in den Kaufvertrag alle wichtigen, aber keine überflüssigen Daten aufnehmen. Sie brauchen das Motorrad nicht mehr anpreisen, denn der Käufer will es bereits haben. So vermeiden Sie, dass Sie verbindlich Eigenschaften zusichern, die das Fahrzeug vielleicht gar nicht in diesem Maße hat.

17 Sep 2015

Ist der Preis bei einem Privatverkauf immer höher als bei einem Händler?

Sie möchten ein Motorrad verkaufen und stellen sich die Frage ob man es privat über gängige Internetportale, Zeitungsinserate usw. probiert oder sich an einen Motorrad-Ankäufer wendet. Oft wird die Antwort vom zu erzielenden Preis abhängig gemacht.

Bekommt man bei Händler wirklich immer weniger als bei einem privaten Verkauf?

Im Volksmund überwiegt die Meinung, dass ein privater Verkauf immer günstiger ist als der Verkauf an einen professionellen Händler. Grundsätzlich trifft das aber nicht immer zu.

Seit der Einführung der Sachmängelhaftung ist jeder Verkäufer verpflichtet eine sog. Gewährleistung auf seine Ware zu geben. In der Praxis funktioniert das für 6 Monate nach dem Verkauf wie eine Garantie. Anders als ein Gewerbetreibender kann ein Privatverkäufer diese Haftung in einem Vertrag ausschließen. Dieses wird damit begründet, dass sich ein Konsument mit seinen Waren in der Regel nicht so gut auskennt wie ein Gewerbetreibender.  Bei einem Motorradverkauf kann er somit ein Fahrzeug mit diversen Mängel, Schäden, Unfallspuren verkaufen ohne dabei eine Haftung zu übernehmen, solang er nachweisen kann nichts davon gewusst zu haben. Und auch ohne Mängel möchte man nur ungerne eine Garantie auf ein gebrauchtes Motorrad übernehmen.

Es ist daher völlig natürlich, dass alle private Verkäufer die Sachmängelhaftung ausschließen. Nahezu in jedem Standart-KFZ-Vertrag sind diese Klauseln eingefügt.  Im Umkehrschluss kann man somit sagen, dass ein Motorradkäufer auf dem Privatmarkt keine rechtlichen Sicherheiten bekommt, was die Mängelfreiheit des gekauften Motorrades angeht. Bei einem Händler hat er aber diese Sicherheit. Das führte nach und nach dazu, dass Motorradhändler einen höheren Preis beim Verkauf erzielen können, da die meisten Kunden bereit sind die gebotenen Sicherheiten zu honorieren.  Gerade bei Fahrzeugen, die keine Herstellergarantie mehr, viel anfällige Technik an Bord  oder allgemein bekannte Schwachstellen haben wollen viele Kunden nicht ohne die Haftung vom Händler kaufen.  Zudem können diese Händler meistens noch weitere Produkte wie eine Garantieverlängerung, Finanzierungen usw. anbieten.

Logischer Weise kann ein Händler bei einem höheren Verkaufspreis auch einen dazu passenden Ankaufspreis bezahlen. Dieser kann bei machen Fahrzeugen sogar über dem durchschnittlichen “Privat-Preis” liegen. Es ist daher ratsam einen Händler beim Verkauf seiner Maschine nicht grundsätzlich auszuschließen.

19 Jul 2015

Kulanz nach der Garantie? – Nicht bei Honda !

Es kommt öfter vor, dass bei einem Motorrad ein Mangel kurz nach der Garantie auftritt. Die meisten Vertragshändler können dann beim Hersteller einen Kulanzantrag stellen und darum bitte die Kosten bzw. einen Teil der Kosten zu übernehmen. Dabei gibt es Hersteller, die so etwas häufiger und andere, die nach der abgelaufen Garantie gar nichts mehr übernehmen.

Im beschrieben Fall geht es um eine 35 Monate alte Honda CB 1300 SA. Einem recht teuren Sporttourer mit einer sehr geringen Laufleistung von 2495 km. Kurz gesagt wurde ein Federbein undicht.

Federbein CB 1300

Obwohl die Maschine nahezu neuwertig war, eine sehr geringe Laufleistung hatte und ein geführtes Scheckheft vorgelegt werden konnte, wurde der Antrag ohne Begründung abgelehnt. Das lässt darauf schließen, dass Honda ein Hersteller ist, der nach der Garantie mit Mängel an Fahrzeugen nichts mehr zu tun haben möchte.

Nun könnte man ja sagen bei einem Federbein handelt es sich um ein Verschleißteile. Als seriöser Hersteller würde mich aber schon interessieren wieso dort Undichtigkeiten nach einer so kurzen Nutzungsdauer auftreten.

Die Art der Kulanzabwicklung durch Honda fügt sich aber in ein Bild ein, indem dieser Hersteller immer weniger Kunden für sich gewinnen kann. Seit Jahren fallen die Absatzzahlen dieser Marke. Eine durchschnittliche Modellpolitik, wenig Innovationen und ein kleineres Händlernetz  sind ebenfalls Gründe dafür.

15 Mar 2015

gebrauchte Leichtkrafträder so teuer wie noch nie – Polen ändert seine Führerscheigesetze

In den letzten Jahren ist die Klasse der 125er immer unbeliebter geworden, so dass Besitzer die ihr gebrauchtes Leichtkraftrad oder einen 125er Roller veräußern wollten es oft ziemlich schwer hatten. Ab 2014 hat sich das merklich geändert. Hat man noch im Jahr 2013 eine gebrauchte Honda XL 125V  Varadero, CBR 125, Yamaha XV 125 Virago oder gute 125er-Roller in gängigen Internetportalen wie mobile oder motoscout gesucht, wurden einem haufenweise Seiten gezeigt mit mehreren Hundert Anzeigen.  Heute habe ich mal nach einer VT 125 gesucht: Ergebnis sind 37 Anzeigen in ganz Deutschland. Zudem mit teilweise recht hohen Preisen. Woran liegt das? Die Preise reguliert natürlich der Markt mit der Nachfrage und seinem Angebot. Bei wenig angebotenen Fahrzeugen steigen die Preise.

Die Antwort liegt zu einem großen Teil bei unseren Nachbarn im Osten. Seit 2014 wurden dort die Führerscheingesetze überarbeitet, so dass jeder der eine Fahrerlaubnis für einen PKW hat (B) nun auch Leichtkrafträder (A1) bewegen darf.  Manch einer kennt das noch aus Deutschland mit dem alten 3er Führerschein.

Dies hat zur Folge, dass ein richtiger 125er-Boom in Polen begonnen hat. Der komplette 125er Markt wurde in wenigen Monaten leer gefegt. Vom Preisnachlässen bei Neufahrzeugen kann man dort nur träumen, da teilweise sogar höhere Preise bezahlt werden. Viele privaten Käufer sowie die meisten Händler  suchen aber gezielt nach gebrauchten Modellen und schauen sich daher meisten in Deutschland um.

Wer somit sein Leichtkraftrad zu einem hochen Preis verkaufen möchte, sollte nicht lange warten. Bis der Markt in Polen gesättigt ist kann es noch etwas dauern. Die Preise für gebrauchte Fahrzeuge haben meiner Meinung nach den Höchststand aber schon erreicht.

04 Dec 2014

Motorradkauf und Fahrbericht Kawasaki VN 1500 Mean Streak

Kawasaki fand ich schon immer gut. Seit meiner Lehre habe ich mit dieser Marke zu tun. Dort bin ich gerne Ninja gefahren. Ein wenig ZX-9R, danach habe ich mir eine ZX-12R zugelegt. Damals konnte es nicht kräftig genug sein. Doch mit der Zeit dachte ich : So ein Cruiser wäre doch auch etwas schönes? Gemütlich mit zwei Zylindern durch die Gegend fahren. Doch so etwas ganz klassisches mit hoher Scheibe und Ledertaschen sollte es doch nicht sein. Da gab es doch mal was von Kawasaki wo man nicht mindestens 50 Jahre alt sein muss. Ich habe mir mal die VN 1500 Mean Streak angeschaut. Schöne, passige Linienführung, nicht zu klobig. Mir stachen die Bremsen ins Auge. Die kennst du doch! Tatsächlich! Sind die gleichen wie bei der 9er und 12er. Sehr positiv. Die Fahrwerk ebenfalls Cruiser-untypisch, mit sportlicher Upside-Down Gabel, dazu hochwertige Federbeine, die man mit Luftdruck einstellen kann.  Ohne lange zu diskutieren kaufte ich die Kawa.

Die ersten Fahrten waren angenehm aber etwas enttäuschend wenn es um die Leistung ging. Aber wenn man vorher ZX-12R gefahren ist, kann das wohl nicht anders sein. Nach mehreren Fahrten habe ich mich aber daran gewöhnt und finde den Motor bis heute sehr gut. Die 73PS bringen sie locker in Bereiche um die 200 km/H (laut Tacho) und beim Ampelsprint lässt sie mach einen Super-Sportler als aussehen. Was will man mehr. Gemütliches Fahren zwischen 60 km/H und 120 km/H mach hier mehr Spaß. Was ich aber bis heute negativ finde ist die Bodenfreiheit. Da setzt man recht schnell mit den Fußrasten auf. Auch wenn es ein Cruiser ist müsste das besser gelöst sein.

Hier noch ein kurzer Film meiner Kawasaki VN 1500 Mean Streak

04 Dec 2014

Motorradkauf Honda CB 1000R

Motorradkauf Honda CB 1000R

Motorradkauf Honda CB1000R

Die Honda gehört zu der relativ neuen Familie der „Naked Bikes“.

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Die unverkleidete wird von Honda seit 2008 gebaut. Sie löste im Gegenzug die 900er Hornet ab, ist aber ein komplett neu entwickeltes Motorrad.

Ihr Rahmen ist ein ein sogenannter Mono-Backbone Rahmen, welcher sich unter dem Tank Richtung Boden Platz verschafft. Unter ihm präsentiert sich der 998,4 ccm³ große Motor, welcher die CB mit 125 PS bei 10.000 Umdrehungen voran treibt. Das Motorrad wird über ein 6 Ganggetriebe mit Kette angetrieben.

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Die Honda verfügt über eine Upside-Down Gabel. Am hinteren Teil wird eine von Haus aus sehr auffällige 4-Speichen Felge durch eine Einarmschwinge gehalten, was eine sehr auffällige, aber gelungene Optik auf das Rad bietet.

Gestoppt wird die CB 1000R entweder durch eine normale 310mm Bremsscheibe mit 4 Kolbenbremszangen vorne und einer 256mm Bremsscheibe mit 2 Kolbenbremszange hinten oder aber über eine mit combined ABS ausgestattete 3 Kolbenbremszange, welche vorne sowie hinten zupackt. Diese konnte ab 2008 zusätzlich erworben werden, wird seit 2011 aber serienmäßig verbaut.

Auffällig an dem Motorrad ist die sehr futuristische gestaltete Minifrontverkleidung. Sie erinnert an eine Figur aus dem Film Tranformers. Das integrierte LED Standlicht sorgt für einen besonderen Hingucker.

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Zu kaufen gab es sie in den Farbvarianten Pearl Siena Red, Dragon Green Metallic, Pearl Nightstar Black und Pearl Cool White sowie einer Tricolore Version. 2010 wurde die die Farbe Metallic Pearl Sienna Red hinzugefügt, welche aber im Jahr 2011 schon wieder durch eine weiter Tricolore Version abgelöst wurde.

Im Jahr 2012 kam die Farbe Mat Cygnos Grey hinzu.

Wenn jemand nach einem brüllenden, lauten und unartigen Motorrad sucht, ist er bei der CB1000R falsch und sollte sich lieber in der Sparte Ducati, MV Agusta oder Triumph umsehen. Brav ist sie jedoch nicht, damit ist nur der der säuselnde Klang der Maschine gemeint. Die 125 PS katapultieren die Honda in 3,6 Sekunden von 0 auf 100Kmh. Der Vierzylinder Viertaktmotor lässt es aber auch zu die CB ganz locker in höheren Gängen durch die Stadt zu fahren. Vernunft und Leichtsinn stehen bei diesem Motorrad fast im Einklang. Viele halten sie für zu vernünftig, jedoch wahrscheinlich nur, weil sie sie noch nicht gefahren sind.

Fazit: Das Motorrad kann mit Vernunft und Bedacht zu netten Sonntagsausflügen ins Café ausgeführt und ohne Scham präsentiert werden. Es ist aber auch dafür geeignet die Hausstrecke zu bejagen und Kurven, Kurven seien zu lassen. Ein Motorrad was Spaß macht und sehr leicht zu händeln ist, ist es auf alle Fälle. Sie hält bei Gruppenausfahrten sehr gut mit und ist zudem verdammt bequem. Wenn anderen das Hinterteil oder die Schultern schmerzen, fühlt man sich auf der CB, als wäre man vor kurzem erst gestartet.

16 Sep 2013

Vorsicht beim Kauf von Importfahrzeugen im Kundenauftrag

Eine regelrechte Plage überschwämmt den deutschen Motorradmarkt mit Fahrzeugen aus talien oder England. Vielen deutsche Händler sind nicht mehr in der Lage oder wollen sich nicht die Mühe machen gute Gebrauchtfahrzeuge auf dem deutschen Markt zu suchen und seinen Kunden anzubieten. Lieber gehen Sie den einfachen Weg und fahren Großhändler in Nachbarländern wie z.B Italien an um sich dort, zumeist mit japanischen Sportlern, einzudecken.

Das Land mit den meisten Motorrädern Europas lockt mit Dumpingpreisen. 4-5 jährige Honda CBR 600, Yamaha FZ6, Kawasaki ER-6 für Preise unter 3000,- € sind normal. Doch sind die Fahrzeuge gleichzusetzen mit den Fahrzeugen aus Deutschland? Oft leider nicht. Schlecht gewartete Motorräder mit Schäden durch Unfälle sind häufig anzutreffen. Zudem sind manipulieret Tachostände keine Selltenheit.

Händler, die sollche Motorräder verkaufen wissen dies und möchte mögliche finanzielle Risiken auf Grund der Sachmangelhaftung aus dem Weg gehen. Lieber wird so ein Fahrzeug “im Kundenauftrag” angeboten. In den Vertrag kommt einfach eine fiktive Person oder ein Bekannter und schon braucht man keine Angst mehr haben, wenn der Käufer nach einigen Wochen einen Motorschaden hat oder merkt, dass die Maschine einen Unfall hatte und mangelhaft repariert wurde.

Deshalb ist beim Kauf Vorsicht geboten. Motorradkäufer sollten bei Importfahrzeugen mit der Formulierung im Kundenauftrag hellhörig werden. Man sollte sich auf jeden Fall genau über den privaten Vorbesitzer informieren. Am besten wäre es wenn der Händler den Kontakt herstellt.

Wenn er nur als Vermittler agiert dürfte das für ihn kein Problem sein. Überprüfen Sie die
Dokumente genau. Ist die Person aus dem Kaufvertrag auch als Halter in den Dokumenten
eingetragen? Wenn ja, wie lange? Gibt es überhaupt schon deutsche Dokumente oder
bekommen Sie nur eine Dokument über eine Vollabnahme bei TÜV ? Wieso hat der Händler die Maschine nicht selber vom Kunden angekauft ? Will der Händler in Wirklichkeit nur die Sachmangelhaftung umgehen werden Sie es mit einigen gezielten Fragen schnell merken und sollten möglichst die Finger von solchen Fahrzeugen lassen.

16 Sep 2013

Motorradverkauf über ebay ?

Mit den Jahren ist ebay einer der größten Handelsplätze Deutschlands geworden. Von Pfennigartikel bis hin zu Häusern und ganzen Unternehmen kann man dort alles finden. Ist es aber auch eine gute Plattform um
sein Zweirad zu verkaufen?

 

Unterscheiden wir erst einmal zwischen einem Festpreisangebot und einer Auktion. Bei einem Festpreisangebot ist man bei einem erfolgreichen Verkauf mit einigen Zusatzoptionen schnell bei 100,- € Kosten angekommen. Das ist unglaublich teuer. Hier würde ich ganz klar Alternativen suchen, die es in Form von Verkaufsplattformen wie mobile, motoscout, diverse Motorradankäufer usw. gibt. Dort kann man als Privatmann völlig kostenlos annoncieren und hat ebenfalls ein sehr großes Besucherpotenzial im In- und Ausland.

Etwas anders sieht es bei Versteigerungen aus. Die Kosten sind hier ebenfalls sehr hoch. ,machen sich aber in bestimmten Fällen bezahlt.

 

Habe ich ein gängiges Standartmotorrad welches es in hoher Stückzahl auf dem Markt gibt ist der Verkauf über eine Versteigerungsplattform in den meisten Fällen nicht besonders ratsam, da kein Ebayer den Marktpreis für ihr Fahrzeug bieten wird wenn er beim Händler im Ort ein identisches Motorrad
bekommen kann. Es ist wichtig im Hinterkopf zu behalten,dass ein Ebayer ja immer ein Schnäppchen machen möchte und nicht mehr bietet als er muss. Zudem kalkulieren viele Bieter lange Anfahrtsweg in ihr Gebot mitein und berücksichtigen gewisse Risiken die sie bei einer solchen Transaktion eingehen. Von daher kann eine beendete Auktion oft ernüchternd ausfallen und Sie stellen fest, dass ein Motorrad, dass im Durchschnitt mit 4000,- € angeboten/gehandelt wird bei ebay nicht über 3000,- € kommt.

 

Anders sieht es aus wenn man ein Fahrzeug hat welches sich in bestimmten Punkten von der Masse abhebt. Damit meine ich z.B. ,ein seltene gewordenes Exemplar, Sondermodelle, ein Fahrzeug mit einer extrem niedrigen Laufleistung oder aufwendigen Umbauten. Hier könnte es sein, dass Sie ihr Preisgefühl täuscht und eine Versteigerung ein sehr gutes Resultat erzielt, da eine Vergleichbarkeit mit anderen Fahrzeugen nicht gegeben ist. Ein Interessent wird wissen, dass so eine Offerte nicht so schnell wieder kommt und wird deshalb bereit sein einen hohen Preis zu bieten.

 

Ein anderer Punkt der bei manchen für eine Versteigerung spricht ist die Tatsache, dass anders wie bei einer Anzeige auf einer Verkaufsplattform ein Verkauf auf jeden Fall zu Stande kommt. Es wird immer mehrere Bieter geben, die zu einem bestimmten Preis ihr Fahrzeug erwerben möchten.Somit ist diese Verkaufsform interessant für diejenigen die ihr Motorrad schnell und ohne Rücksicht auf den Preis verkaufen wollen. Zudem kann man seine Versteigerungsbedingungen relativ frei gestalten und z.B eine Frist für eine Abholung setzen oder bestimmte Zahlungformen angeben.

 

Wenn man sich nun für eine Versteigerung entschieden hat kann ich noch ein paar Ratschläge geben:

  • sehr gute Beschreibung mit vielen Informationen zum Motorrad
  • viele, qualitativ gute Bilder
  • Auktion am Wochenende und nach 18.00 Uhr auslaufen lassen
  • Fragen schnell beantworten
  • Besichtigungstermine anbieten
  • zusätzliche Hinweise wie z.B ein möglicher Motorradversand per Spedition
20 Aug 2013

Die wichtigsten Parameter beim Motorradverkauf

Was möchte ich verkaufen?

Diese Frage sollte sich jeder Motorradverkäufer ganz am Anfang stellen. Es ist sehr wichtig sich im Klaren zu sein was für eine Ware man an den Mann bringen möchte. Handelt es sich um eine alte gammelige Kiste die ich durch Zufall wieder in der Garage entdeckt habe oder ist es ein neuwertiger Sporttourer den ich vor 3 Jahren als Neufahrzeug beim Vertragshändler erworben habe. Um erfolgreich sein Motorrad zu verkaufen, könnte es empfehlenswert sein eine kleine Liste mit den wichtigsten Punkten anzufertigen in der man zudem schon einmal positive und negative Dinge vermerkt. Mit diesen Daten kann man dann gut arbeiten wenn man sein Fahrzeug Händlern anbietet, im Internet annonciert oder persönlich mit einen potenziellen Käufer verhandelt.

Die Erstzulassung ist der erste Anhaltspunkt auf den geachtet wird. Je nach Motorradmarke und Modell kann diese relevanter und wichtiger sein. Erfahrungen haben gezeigt, dass das Alter bei Supersportlern elevanter ist als bei Cruisern und klassischen Zweirädern. Bei einigen wenigen Motorrädern , oft bei Sammlerfahrzeugen und seltenen Exemplaren, wird die Erstzulassung zweitranging. Man sollte das Baujahr bzw. Modelljahr nicht vergessen. Oft findet man Maschinen bei der die Erstzulassung mehrere Jahre nach der Produktion erfolgte. Deshalb sollten wir so etwas bei einem Verkauf auf jeden Fall angeben.

Die Laufleistung ist ein weiterer Punkt der für den Verkauf sehr relevant ist. Wenn man sich heutzutage die durchschnittlichen Laufleistung anschaut muss man feststellen, dass Deutschland ein wenigfahrer Land ist. Man findet bei den meisten Modellen mehr Fahrzeuge mit extrem niedrigen als mit hohen Laufleistungen. Erfahrungen haben gezeigt, dass die meisten Interessenten Fahrzeuge mit Laufleistungen bis 20000km suchen. Bei KM-Ständen über 40000km nimmt das Interesse in der Regel ab.

Der technische Zustand kann als nächstes unter die Lupe genommen werden. Funktioniert die Maschine einwandfrei? Motor, Fahrwerk, Elektrik usw.. Habe ich regelmäßig die Wartungen durchführen lassen und sind die Verschleißteile in Ordnung. Schauen Sie sich dazu die letzten Werkstattrechnungen und das Scheckheft an (falls noch vorhanden). Wie alt sind die Reifen und wann habe ich die Bremsflüssigkeit erneuert. Wie lange ist der TÜV noch gültig?

 

Der optische Zustand kommt als nächstes unter die Lupe. Die meisten Motorradbesitzer sind der Meinung, dass sich ihr Fahrzeug in einem sehr gepflegten Zustand befindet. Aber haben sich über die Jahre nicht doch ein paar Rostbläschen gebildet oder ist nicht doch hier und da mal ein Kratzer von der Garagenwand in die Verkleidung gekommen? Man sollte sein Fahrzeug auf jeden Fall objektiv auf Gebrauchsspuren, Rostansätze, Risse, Dellen usw. untersuchen.

Unfallfrei? Diese Frage wird bei fast jedem KFZ-Verkauf gestellt. Auf keinen Fall darf man reparierte Schäden außer Acht lassen. Gibt man es beim Verkauf nicht an drohen rechtliche Konsequenzen.

 

Die Anzahl der Fahrzeughalter kann in manchen Fällen sehr bedeutend sein. Am liebsten werden Fahrzeuge aus 1.Hand erworben. Bei junge Fahrzeuge mit vielen Halterwechseln sinkt das Interesse stark. Bei älteren Fahrzeugen wirkt sich die Anzahl der Besitzer nicht mehr so stark aus.

 

Importfahrzeug. In Deutschland kann man seit Jahren eine starke Tendenz zum Import gebrauchter Motorräder aus Italien oder England beobachten. Potenzielle Motorradkäufer achtem immer stärker darauf ob ein Fahrzeug als Neufahrzeug beim deutschen Vertragshändler erworben wurde oder aus dem Ausland importiert wurde. In der Regel werden importierte Motorräder nicht so gerne erworben.

 

Die Ausstattung wird bei Motorrädern immer umfangreicher. Bei einer BMW kann man z.B. den Neupreis mit zusätzlicher Ausstattung problemlos um 50% steigern. Deshalb sollte man auch beim Verkauf seiner Gebrauchten die zusätzliche Ausstattung genau anschauen und beim jedem Verkaufsweg angeben. Käufer können gezielt nach bestimmten Ausstattungvarianten suchen. Manchmal war die Lackierung der Maschine sogar aufpreispflichtig.

 

Beim Zubehör und Umbauten gilt das gleiche. Wenn man schon jahrelang eine hohe Scheibe an seinem Motorrad verbaut hat denkt man bei Verkauf vielleicht gar nicht mehr dran. Aber gerade so eine Kleinigkeit könnte der entscheidende Punkt für einen Käufer sein.

 

Dokumente, Unterlagen, Schlüssel sollten vor dem Verkauf zurechtgelegt werden. Es kann sich nachteilig auswirken, wenn Ersatzschlüssel fehlen, das Scheckheft nicht mehr vorhanden ist oder keinerlei Dokumente vorhanden sind, die die Laufleistung nachweisen können.