Was möchte ich verkaufen?

Diese Frage sollte sich jeder Motorradverkäufer ganz am Anfang stellen. Es ist sehr wichtig sich im Klaren zu sein was für eine Ware man an den Mann bringen möchte. Handelt es sich um eine alte gammelige Kiste die ich durch Zufall wieder in der Garage entdeckt habe oder ist es ein neuwertiger Sporttourer den ich vor 3 Jahren als Neufahrzeug beim Vertragshändler erworben habe. Um erfolgreich sein Motorrad zu verkaufen, könnte es empfehlenswert sein eine kleine Liste mit den wichtigsten Punkten anzufertigen in der man zudem schon einmal positive und negative Dinge vermerkt. Mit diesen Daten kann man dann gut arbeiten wenn man sein Fahrzeug Händlern anbietet, im Internet annonciert oder persönlich mit einen potenziellen Käufer verhandelt.

Die Erstzulassung ist der erste Anhaltspunkt auf den geachtet wird. Je nach Motorradmarke und Modell kann diese relevanter und wichtiger sein. Erfahrungen haben gezeigt, dass das Alter bei Supersportlern elevanter ist als bei Cruisern und klassischen Zweirädern. Bei einigen wenigen Motorrädern , oft bei Sammlerfahrzeugen und seltenen Exemplaren, wird die Erstzulassung zweitranging. Man sollte das Baujahr bzw. Modelljahr nicht vergessen. Oft findet man Maschinen bei der die Erstzulassung mehrere Jahre nach der Produktion erfolgte. Deshalb sollten wir so etwas bei einem Verkauf auf jeden Fall angeben.

Die Laufleistung ist ein weiterer Punkt der für den Verkauf sehr relevant ist. Wenn man sich heutzutage die durchschnittlichen Laufleistung anschaut muss man feststellen, dass Deutschland ein wenigfahrer Land ist. Man findet bei den meisten Modellen mehr Fahrzeuge mit extrem niedrigen als mit hohen Laufleistungen. Erfahrungen haben gezeigt, dass die meisten Interessenten Fahrzeuge mit Laufleistungen bis 20000km suchen. Bei KM-Ständen über 40000km nimmt das Interesse in der Regel ab.

Der technische Zustand kann als nächstes unter die Lupe genommen werden. Funktioniert die Maschine einwandfrei? Motor, Fahrwerk, Elektrik usw.. Habe ich regelmäßig die Wartungen durchführen lassen und sind die Verschleißteile in Ordnung. Schauen Sie sich dazu die letzten Werkstattrechnungen und das Scheckheft an (falls noch vorhanden). Wie alt sind die Reifen und wann habe ich die Bremsflüssigkeit erneuert. Wie lange ist der TÜV noch gültig?

 

Der optische Zustand kommt als nächstes unter die Lupe. Die meisten Motorradbesitzer sind der Meinung, dass sich ihr Fahrzeug in einem sehr gepflegten Zustand befindet. Aber haben sich über die Jahre nicht doch ein paar Rostbläschen gebildet oder ist nicht doch hier und da mal ein Kratzer von der Garagenwand in die Verkleidung gekommen? Man sollte sein Fahrzeug auf jeden Fall objektiv auf Gebrauchsspuren, Rostansätze, Risse, Dellen usw. untersuchen.

Unfallfrei? Diese Frage wird bei fast jedem KFZ-Verkauf gestellt. Auf keinen Fall darf man reparierte Schäden außer Acht lassen. Gibt man es beim Verkauf nicht an drohen rechtliche Konsequenzen.

 

Die Anzahl der Fahrzeughalter kann in manchen Fällen sehr bedeutend sein. Am liebsten werden Fahrzeuge aus 1.Hand erworben. Bei junge Fahrzeuge mit vielen Halterwechseln sinkt das Interesse stark. Bei älteren Fahrzeugen wirkt sich die Anzahl der Besitzer nicht mehr so stark aus.

 

Importfahrzeug. In Deutschland kann man seit Jahren eine starke Tendenz zum Import gebrauchter Motorräder aus Italien oder England beobachten. Potenzielle Motorradkäufer achtem immer stärker darauf ob ein Fahrzeug als Neufahrzeug beim deutschen Vertragshändler erworben wurde oder aus dem Ausland importiert wurde. In der Regel werden importierte Motorräder nicht so gerne erworben.

 

Die Ausstattung wird bei Motorrädern immer umfangreicher. Bei einer BMW kann man z.B. den Neupreis mit zusätzlicher Ausstattung problemlos um 50% steigern. Deshalb sollte man auch beim Verkauf seiner Gebrauchten die zusätzliche Ausstattung genau anschauen und beim jedem Verkaufsweg angeben. Käufer können gezielt nach bestimmten Ausstattungvarianten suchen. Manchmal war die Lackierung der Maschine sogar aufpreispflichtig.

 

Beim Zubehör und Umbauten gilt das gleiche. Wenn man schon jahrelang eine hohe Scheibe an seinem Motorrad verbaut hat denkt man bei Verkauf vielleicht gar nicht mehr dran. Aber gerade so eine Kleinigkeit könnte der entscheidende Punkt für einen Käufer sein.

 

Dokumente, Unterlagen, Schlüssel sollten vor dem Verkauf zurechtgelegt werden. Es kann sich nachteilig auswirken, wenn Ersatzschlüssel fehlen, das Scheckheft nicht mehr vorhanden ist oder keinerlei Dokumente vorhanden sind, die die Laufleistung nachweisen können.