In den letzten Jahren ist die Klasse der 125er immer unbeliebter geworden, so dass Besitzer die ihr gebrauchtes Leichtkraftrad oder einen 125er Roller veräußern wollten es oft ziemlich schwer hatten. Ab 2014 hat sich das merklich geändert. Hat man noch im Jahr 2013 eine gebrauchte Honda XL 125V  Varadero, CBR 125, Yamaha XV 125 Virago oder gute 125er-Roller in gängigen Internetportalen wie mobile oder motoscout gesucht, wurden einem haufenweise Seiten gezeigt mit mehreren Hundert Anzeigen.  Heute habe ich mal nach einer VT 125 gesucht: Ergebnis sind 37 Anzeigen in ganz Deutschland. Zudem mit teilweise recht hohen Preisen. Woran liegt das? Die Preise reguliert natürlich der Markt mit der Nachfrage und seinem Angebot. Bei wenig angebotenen Fahrzeugen steigen die Preise.

Die Antwort liegt zu einem großen Teil bei unseren Nachbarn im Osten. Seit 2014 wurden dort die Führerscheingesetze überarbeitet, so dass jeder der eine Fahrerlaubnis für einen PKW hat (B) nun auch Leichtkrafträder (A1) bewegen darf.  Manch einer kennt das noch aus Deutschland mit dem alten 3er Führerschein.

Dies hat zur Folge, dass ein richtiger 125er-Boom in Polen begonnen hat. Der komplette 125er Markt wurde in wenigen Monaten leer gefegt. Vom Preisnachlässen bei Neufahrzeugen kann man dort nur träumen, da teilweise sogar höhere Preise bezahlt werden. Viele privaten Käufer sowie die meisten Händler  suchen aber gezielt nach gebrauchten Modellen und schauen sich daher meisten in Deutschland um.

Wer somit sein Leichtkraftrad zu einem hochen Preis verkaufen möchte, sollte nicht lange warten. Bis der Markt in Polen gesättigt ist kann es noch etwas dauern. Die Preise für gebrauchte Fahrzeuge haben meiner Meinung nach den Höchststand aber schon erreicht.